Finanzcontrolling auslagern: Wann lohnt es sich – und was kostet es?
Du weisst, dass du ein besseres Finanzcontrolling brauchst. Monatliche Zahlen, klare KPIs, eine Liquiditätsvorschau die wirklich stimmt. Die Frage ist nicht ob, sondern wie.
Drei Optionen liegen auf dem Tisch: Selbst machen. Jemanden intern anstellen. Oder auslagern.
Dieser Artikel hilft dir, die richtige Entscheidung für dein KMU zu treffen, mit konkreten Zahlen und ohne Verkaufsdruck.
Was ist Finanzcontrolling überhaupt?
Finanzcontrolling ist nicht Buchhaltung. Der Unterschied ist entscheidend.
Deine Buchhaltung dokumentiert die Vergangenheit: Was ist passiert, was wurde ausgegeben, was ist reingekommen. Das erledigt dein Treuhänder.
Finanzcontrolling schaut nach vorne: Wo stehst du heute? Wo wirst du in 30, 60, 90 Tagen stehen? Konkret umfasst professionelles Finanzcontrolling für ein KMU:
Monatliches Reporting mit den wichtigsten Kennzahlen
Liquiditätsplanung und Cashflow-Vorschau
Budget vs. Ist-Vergleich
Frühwarnsystem bei Abweichungen
Entscheidungsgrundlagen für Investitionen, Einstellungen, Expansion
Finanzcontrolling schaut nach vorne – nicht zurück.
Die drei Optionen im Vergleich
Option 1: Selbst machen
Viele KMU-Inhaber versuchen es zuerst selbst. Excel-Tabellen, Zahlen vom Treuhänder, ein bisschen Improvisation.
Das Problem: Als Unternehmer ist deine Zeit das wertvollste Asset. Wenn du 3–5 Stunden pro Monat in Zahlen versenkst, die du kaum interpretieren kannst, verlierst du auf beiden Seiten.
Kosten: Vermeintlich gratis. Tatsächlich: Dein Stundensatz × 3–5 Stunden. Bei CHF 200/h sind das CHF 600–1'000 monatlich – für ein Ergebnis das selten überzeugt.
Geeignet für: Einzelunternehmer in sehr früher Phase mit bis zu CHF 100'000 Umsatz.
Option 2: Interne Stelle aufbauen
Ein erfahrener Finanzcontroller in der Schweiz kostet zwischen CHF 130'000 und CHF 180'000 Jahresgehalt – plus Sozialleistungen und Rekrutierungskosten. Total: CHF 160'000–210'000 pro Jahr.
Kosten: CHF 160'000–210'000 pro Jahr.
Geeignet für: KMU mit über CHF 20 Mio. Umsatz und komplexen, täglichen Finanzanforderungen.
Option 3: Finanzcontrolling auslagern
Das Outsourcing-Modell – in der Schweiz bekannt als Fractional CFO oder externer CFO auf Mandatsbasis – kombiniert das Beste aus beiden Welten. Du bekommst C-Level Finanzexpertise ohne Vollzeitstelle.
Kosten: CHF 1'500–5'000 pro Monat. Auf das Jahr: CHF 18'000–60'000 – ein Bruchteil einer Festanstellung.
Geeignet für: KMU mit CHF 1–20 Mio. Umsatz in Wachstumsphasen, vor Bankgesprächen oder mit zunehmendem Finanzdruck.
Der direkte Kostenvergleich
Selbst machen Kosten: CHF 7'000–12'000 / Jahr | Qualität: Tief | Verfügbar: Sofort
Interne Stelle Kosten: CHF 160'000–210'000 / Jahr | Qualität: Hoch | Verfügbar: 2–4 Monate
Outsourcing (Fractional CFO) Kosten: CHF 18'000–60'000 / Jahr | Qualität: Hoch | Verfügbar: 1–2 Wochen
*Opportunitätskosten der eigenen Zeit
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Auslagern?
1. Du weisst nicht genau, ob du in 90 Tagen noch flüssig bist. Das ist kein Liquiditätsproblem, das ist ein Informationsproblem.
2. Dein Treuhänder liefert Zahlen quartalsweise. Für strategische Entscheidungen brauchst du monatliche, vorwärtsgerichtete Reports.
3. Du bereitest ein Bankgespräch vor. Banken erwarten professionelle Unterlagen. Ein erfahrener CFO bereitet dich besser vor.
4. Dein Umsatz wächst, aber die Marge bleibt unklar. Wachstum ohne Transparenz über Profitabilität ist gefährlich.
5. Du triffst wichtige Entscheidungen aus dem Bauchgefühl. Neue Stelle? Investition? Expansion? Diese Entscheidungen brauchen Zahlen.
Was du beim Auslagern beachten solltest
Operative Erfahrung, nicht nur Beratung: Hat die Person selbst Finanzverantwortung getragen?
Branchenverständnis: Ein CFO der nur im Konzernumfeld gearbeitet hat, versteht die Realität eines KMU mit 15 Mitarbeitenden oft nicht.
Transparente Preise: Stundensätze ohne klare Leistungsversprechen führen zu unkontrollierten Kosten.
Kompatibilität mit deinem Treuhänder: Der externe CFO sollte mit deinem bestehenden Treuhänder zusammenarbeiten, nicht gegen ihn.
Fazit: Outsourcing ist kein Kompromiss – es ist die klügere Wahl
Für die meisten Schweizer KMU bis CHF 20 Mio. Umsatz ist Outsourcing die effizienteste Lösung. Du zahlst für das was du brauchst, bekommst Expertise die intern kaum bezahlbar wäre und kannst das Mandat jederzeit anpassen.
Der entscheidende Schritt: Nicht warten bis der Druck gross genug ist. Controlling ist ein Frühwarnsystem. Es funktioniert nur, wenn du es einrichtest bevor Probleme entstehen.
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Über den Autor:
Daniel Martin ist Fractional CFO und hilft Schweizer KMU und Startups, ihre Finanzen zu professionalisieren – ohne Vollzeit-CFO-Kosten. Martin Advisory unterstützt bei Liquiditätsplanung, Reporting und strategischer Finanzsteuerung.